Cichlidenfreunde Emsbüren e.V.

Biotop Tanganjikasee 

Der Tanganjikasee ist durch seine Größe und Tiefe der wasserreichste See der ostafrikanischen Seen. Sein Alter wird mit 10 Millionen Jahren angegeben. Seine Tiefe beträget 1423 m, davon liegen 773 über dem Meeresspiegel. Damit ist der Tanganjikasee den Bergseen zuzuordnen. Die Länge des Sees beträgt 670 km und seine Breite kann bis zu 80 km betragen. der Wasserspiegel ist im Laufe der Geschichte mehrmals gesunken und wieder gestiegen. Der niedrige Wasserspiegel teilte dann den See in zwei größere und ein kleineres Becken ein, die durch einen unterseeischen Gebirgszug voneinander getrennt wurden. Noch heute unterscheiden wir bei einigen Cichlidenarten in Südliche und nördliche Rassen und Varianten. Die Spezialisierung ist im Tanganjikasee in besonderem Maße fortgeschritten. Anzunehmende Gründe hierfür sind einerseits das höhere Alter gegenüber den anderen beiden großen mit längerer Isolationszeit. Andererseits hat auch der abgesunkene Wasserspiegel und die damit verbundene Trennung einzelner Arten zur Neubildung von Arten und Unterarten beigetragen. Der Tanganjikasee hat einen Zufluß im Norden, den Rizizi-Fluß, der den Kivu-See entwässert. Der größte Zufluß im Osten ist der Malagarasi, der vor Entstehung des Tanganjikasees in das Kongobecken eingeflossen ist. Der abgetrennte Teil des Malagarasi im Westen des Sees wird heute Lukuga-Rinne genannt. Die Lukuga-Rinne ist jedoch kein Zufluß, stellt jedoch eine Verbindung zwischen dem Kongobecken und den Tanganjikasee dar. Durch diese Lukuga-Rinne konnten verschiedentlich Fische in den Tanganjikasee vordringen. Ihre Verbreitung beschränkt sich jedoch auf die unmittelbare Nähe der Rinne bei Kalemie. Wie auch der Malawisee wechseln sich die einzelnen Küstenabschnitte des Tanganjikasees ab. Sie sind geprägt von felsigen Küsten und Sandbänken.

 Die für die Aquaristik interessanten Cichliden sind vorwiegend im ufernahen Litoral zu finden. Diese können in folgende Bereiche aufgeteilt werden:

Die Geröllzone: Die Geröllzone ist das fischreichste Biotop, sie besteht aus zahlreichen mit Aufwuchs bewachsenen Steinen unterschiedlicher Größe. Die meisten hier vorkommenden Cichliden gehören zu den maulbrütenden Aufwuchsfressern. Spezialisierte Aufwuchsfresser sind bereits äußerlich als solche durch unterständige Mäuler, spezielle Bezahnung oder leicht geöffnete Lippen zu erkennen. Hier sind die Arten der Cichlidengattungen Eretmodus, Tanganicodus, Spathodus, Tropheus, Petrochromis und Simnochromis beheimatet.Des weiteren sind hier Versteckbrüter wie Neolamprologus, Julidochromis, Telmatochromis und Chalinochromis vertreten. Sie sind kleine bis mittlere Räuber, die häufig Spalten bewohnen und hier auch ihre Brutplätze haben. Mit ihren kleinen spitzen Zähnen erbeuten sie sich Eier, Jungfische, Garnelen sowie verschiedene Insektenlarven. Einige  Cichliden wie z.B. Neolamprologus tretocephalus und Neolamprologus sexfaciatushaben sich auf Schnecken, Muscheln und Kleinkrebse spezialisiert.

Die Übergangszone: In der Übergangszone zwischen Fels- und Sandlitoral sind Ophthalmotilapiaarten und Cyprichromisarten ansässig. Grundelbuntbarsche sind hier nur noch selten anzutreffen. Größere Aufwuchsfresser wie Tropheus, Petrochromis und Simnochromis sind auch hier noch zu finden.

Das Sandlitoral: Im Sandlitoral finden wir die Sandcichliden. Hierzu gehören Callochromis, Ophtalmochromis, Cyathopharynx, Aulonocranus und Xenotilapia. Letztere sind jedoch auch im küstennahem Sandlitoral zu finden, da sie ständige Wanderungen unternehmen.

Das tiefe Sandlitoral: Cichliden des tieferen Sandlitorals sind vor allem auch die zahlreichen Arten von Schneckenbuntbarschen. Sie gehören der Gattung Neolamprologus an und bewohnen die leeren Schneckengehäuse von Neothauma Schnecken. Höhere Pflanzen wie Vallisnerien und Myriophyllum bilden im Sandlitoral größere Vorkommen, Im Felslitoral fehlen sie fast vollends.

Das tiefe Felslitoral: In tieferen Bereichen von 10-20 m Tiefe kommen z.B. Cyphotilapia frontosa und weitere räuberisch lebende Arten vor. Sie halten sich jedoch nahe kleineren Felsformationen im Sandlitoral auf.

Die Freiwasserzone: In der Freiwasserzone sind des weiteren vornehmlich planktonfressende Cichliden der Gattungen Lepidochromis, Trematocara und Gnathochromis zu finden. Da die Schwebenahrung tagsüber in größere Tiefen absinkt, folgen die Cichliden der Nahrung. Hier sind auch die größten Räuber unter den Cichliden vertreten: Bathybates und Hemibatesarten.

 

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