Cichlidenfreunde Emsbüren e.V.

Die Filtertechnik

In Aquarien werden durch den Stoffwechsel der Bewohner Abfallprodukte und Schadstoffe produziert.

Die optimale Filterung für ein Aquarium muß vielen verschiedenen Ansprüchen gerecht werden. Selten kann ein einziges Filtersystem alle Faktoren berücksichtigen. Eine Strömung ist sehr wichtig für den Transport des Wassers zum Filter und trägt wesentlich zur Fitness von Fischen und Pflanzen bei. Es empfiehlt sich für die Filterung eines Aquariums zwei getrennt voneinander arbeitende Filtersysteme. Eine Kombination der unten beschriebenen Filtertechniken ist deshalb sinnvoll. Eins als mechanisch arbeitender Filter und eins mit Schwerpunkt in der biologischen Filterung. Es gibt auch Filtertypen die beide Techniken miteinander kombinieren. Das erhöht die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Aquariums. Elektrische Geräte fallen immer dann aus, wenn man keinen Ersatz zur Hand hat oder nicht zu Hause ist.

Allgemeines zur mechanischen Filterung:

Viele Trübungen entstehen durch im Wasser treibende Schwebstoffe, die aus so großen Teilchen bestehen, das ein mechanisch arbeitender Filter diese regelrecht aussieben kann. Ein solcher Filter siebt alle groben bis feinen Schmutzpartikel aus dem Wasser, z.B. Pflanzenteile, Kot und Futterreste. Ein mechanischer Filter ist als Vorfilter oder als eigenständiger Filter sinnvoll. Wichtig ist das einfache Wechseln des Filtermaterials, um ausgefiltertes Material aus den Aquarium zu entfernen, bevor es sich zersetzen und das Wasser belasten kann. Die Durchflußrate eines mechanischen Filters sollte im Süßwasser 2 - 4 mal, im Meerwasser 5 - 10 mal das Beckenvolumen betragen. Außerdem kann man - wenn man das Aquarium als ganzheitliches System betrachtet - so durch die Fütterung eingebrachte organische Materie wieder aus dem System entfernen. Natürlich arbeitet ein mechanischer Filter nach einer gewissen Einlaufzeit als biologischer Filter.

Allgemeines zur biologischen Filterung:

Die schon oben angesprochen Stoffwechselendprodukte müssen biologisch abgebaut werden. Der größte Teil der in unseren Aquarien auftretenden Trübungen entsteht durch gelöste Stoffe. Eine biologische Filterung sorgt also im wahrsten Sinne für kristallklares Wasser.

Millionen von Kleinstlebewesen wie z.B. Bakterien, Wimperntierchen, Amöben etc. ernähren sich von den im Wasser gelösten organischen Stoffen und bauen sie so um oder entfernen sie aus dem Stoffkreislauf. Nur mit Hilfe dieser Mikroorganismen, die auch für die Gewässerreinigung in der Natur zuständig sind, funktioniert ein biologischer Filter. Bakterien und Kleinstlebewesen finden wir auf allen Flächen in unserem Aquarium, von hier aus wird die durch Filtermaterial stark vergrößerte Oberfläche in einem neuen Filter in Besitz genommen. Das braune Material in einem eingefahrenen Filter sind nicht die ausgefilterten Stoffe, sondern Massenansammlungen von Bakterien sowie durch die Filterleistung unlöslich gewordene Pflanzennährstoffe. Die im Wasser gelösten organischen Stoffe wie z.B. Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate dienen den Mikroorganismen als Nahrung und werden in Wasser, Kohlendioxid und Nitrat umgewandelt. Warum wird trotz der relativ großen Porenweite eines mechanischen Filters trübes Wasser wieder klar? Die meisten Trübstoffe sind Ansammlungen größerer organischer Moleküle, die von den Mikroorganismen im Filter geknackt und verdaut werden. Bei diesen Abbauprozessen wird Sauerstoff verbraucht. Als Faustregel kann man bei einem biologisch arbeitenden Filter einen Durchflußwert von Beckenvolumen 1 - 1,5 mal pro Stunde angeben, wenn das Becken nicht zu stark besetzt ist.

Tip: Filter mit blauem PU-Schaum

Einen Filter mit PU-Schaum kann man auf verschiedene Art und Weisen betreiben. PU-Schaum als Filtermedium ist aber auch in allen unten beschriebenen Typen einsetzbar. Am einfachsten jedoch, klebt man eine Scheibe z.B. 20 cm x Beckenhöhe in eine Ecke des Aquariums. Der Abstand zur Ecke beträgt 10 cm. Hier findet dann ein PU-Block von 10 cm x 10 cm x Beckenhöhe Platz. Hinter dem Block verbleibt ebenfalls ein Platz von 10 cm, dort kann dann die Pumpe oder ein Luftheber installiert werden. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Folgendes ist wichtig: Die Durchflussmenge bei grobporigem PU-Schaum sollte nicht über 2,5 Liter/Stunde pro Quadratzentimeter liegen. Je größer die Pumpe, je größer muß die Ansaugfläche sein.

Filtertypen:

Der Rieselfilter:

Das Wasser wird auf das Filtermaterial aufgebracht und tropft oder fließt unter ständigem Luftkontakt in ein Sammelbecken, von wo es wieder in das Aquarium zurückgepumpt wird. Für die Intensivfischhaltung und Meerwasserbecken ist dieser Filtertyp sehr gut geeignet. Bei Pflanzenaquarien tritt bei Rieselfiltern häufig das Problem der starken CO2 Ausgasung auf, erst nach bis zu 2 Jahren Standzeit produzieren die Mikroorganismen im Filter soviel Kohlendioxid, daß nicht mehr ein uneinholbares CO2 Defizit entsteht. Das zweite Problem ist der zu hohe Sauerstoffgehalt im Filtermedium, der Pflanzennährstoffe zu rasch aufoxidiert und unlöslich macht. Bei dem Rieselfiltertyp ist in manchen Fällen somit eine tägliche Düngung notwendig. Durch den guten Luft-Wasser-Kontakt und die starke Verdunstung kommt es zu zwei unerwünschten Nebeneffekten: Das Wasser wird aufgesalzen wodurch der pH-Wert steigt (durch höheren KH-Wert) und es geht viel Wärmeenergie verloren.

Der anaerobe Filter

Nicht weit verbreitet, aber auch eine Möglichkeit biologisch zu filtern, ist der anaerob (ohne Sauerstoff) arbeitende Filter. Das Filtermaterial muß hierbei von sauerstoffarmen- oder sogar freiem Wasser umspült werden. Das erreicht man durch einen langsamen Durchfluß, der Sauerstoff ist dann nach wenigen Zentimetern Filterbett aufgebraucht. Der Vorteil eines anaerob arbeitenden Filters ist, daß er die Stoffwechselprodukte vollständig abbaut, z.B. entsteht statt Nitrat (NO3), gasförmiger Stickstoff.

Der Außenfilter:

Über Schläuche wird das Wasser ab- und angepumpt. Der Außenfilter besteht aus einem Filterkopf, der die Pumpe enthält, und einem Filtertopf. In diesem sind die Filtermaterialien verstaut. Das Wasser wird von der Pumpe im Filterkopf durch die Filtermaterialien im Topf befördert.

Filterkammern:

Eine weitere Möglichkeit des Filterns außerhalb des Aquariums sind sogenannte Filterkammern, die als normale Filter oder Rieselfilter arbeiten können. Über eine Bohrung oder einen Überlauf gelangt das Wasser in die Filterkammen und wird von einer Pumpe, nachdem es die Filtermaterialien passiert hat, wieder in das Aquarium zurückbefördert.

Der Innenfilter:

Ein Innenfilter besteht ebenfalls aus einer Pumpe und einem Filtertopf, in dem sich die Ansaugöffnungen befinden. Bei der Durchführung des Wassers gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einige Modelle arbeiten als rein aerober Filter, andere teilen den Wasserstrom und filtern einen Teil des Wassers aerob, den anderen, kleineren Teil anaerob. Zudem kann ein Innenfilter mit hoher Leistung sehr gut als mechanischer Filter und Strömungserzeuger eingesetzt werden.

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