Cichlidenfreunde Emsbüren e.V.

Fischkrankheiten

Ichtyophtihirius:

Der Erreger der Weißpünktchenkrankheit gehört zu den Wimperntierchen und wird bis zu einem halben Millimerter groß. Als Parasit ist Ichthyo weltweit verbreitet und ein echter Vollprofi, d.h. er braucht den Fisch als Wirt, ohne diesen geht er zugrunde. Ichthyo besitzt einen Entwicklungszyklus, den wir wegen der Bedeutung für die Behandlung unten dargestellt haben. Die weißen Knötchen auf der Haut sind die Ernährungsstadien (Trophozoiten) des Parasiten. Hat Ichthyo genug Nahrung (Fischhaut und -gewebe) aufgenommen, löst er sich vom Fisch und wird zum Bodenstadium. Nach ca. 7 Stunden sind in dem abgekapseltem Bodenstadium bis zu 1024 Schwärmer (Theronten) entstanden. Diese durchbrechen die Hülle und machen sich auf die Suche nach einen neuen Wirt (Fisch). Auf dem Fisch bohren sie sich in die Haut und werden zu einem Trophozoiten, der Kreis hat sich geschlossen. In der Enge und Besatzdichte unserer Aquarien sind durch Ichthyo unglaublich hohe Vermehrungsraten möglich, die schnell zum Verlust eines ganzen Beckenbesatzes führen. Normalerweise ist es nicht im Sinne eines Parasiten, seinen Wirt umzubringen, doch in unseren kleinen Aquarien kommt es ziemlich häufig zu solchen Unfällenaus der Sicht des Parasiten, der dann natürlich ein großes existenzielles Problem hat. Nach Murphys Gesetzen (das Butterbrot fällt immer auf die beschmierte Seite...) entdeckt man die ersten Pünktchen am Samstag vor Ostern und hat am Dienstag erst wieder die Gelegenheit, in der Zoohandlung ein Medikament zu erstehen - wenn man dann noch Fische hat. Als gut wirksam haben sich Medikamente mit dem Wirkstoff Malachitgrünoxalat erwiesen. Da nur Schwärmer abgetötet werden können, und Boden- und Hautstadien relativ wenig geschädigt werden, muss die Behandlung nach drei und fünf Tagen wiederholt werden.

Hauttrüber:

Andere Erreger aus der Gruppe der Einzeller werden aufgrund ihrer unspezifischen Symptome als Hauttrüber zusammengefasst. Hierbei zeigt die Haut der Fische grauweiße Verdickungen der Schleimhaut, hervorgerufen durch den Parasitenbefall. Die Fische scheuern sich an Dekorationsmaterial oder atmen heftiger durch einen zusätzlichen Befall der Kiemen. Eine genaue Diagnose ist bei dieser Erregergruppe nur durch mikroskopische Untersuchung eines Hautabstrichs möglich, da die oben beschriebenen Symptome durch eine Vielzahl von Erregern hervorgerufen werden. Die Übertragung erfolgt nicht wie bei Ichthyo über einen Zyklus, sondern direkt von Fisch zu Fisch.

Blutige Entzündungen und Bauchwassersucht:

Rote Hautflecken und blutige Entzündungen in der Aftergegend und an den Flossen treten bei einer Infektion durch Aeromonas- oder Pseudomonas- Bakterien auf. In späteren Krankheitsstadien tritt eine weitgehende Zerstörung der Flossen auf, und es bilden sich blutig aufbrechende Geschwüre in der Haut und Muskulatur. Innere bakterielle Infektionen wie Bauchwassersucht sind erkennbar an starker Leibesauftreibung, hervorstehenden Augen und abstehenden Schuppen (Schuppensträube). Die Fsche schaukeln am Boden oder unter der Wasserobfläche. Der Fluchtreflex ist stark eingeschränkt oder fehlt völlig; die Tiere können “mit der Hand eingesammelt” werden.

Haut und Kiemenwürmer (Gyrodactylus, Dactylogyrus)

Dactylogyrus befällt die Kiemen der Fische. Neben Dunkelfärbung und Scheuerbewegungen sind vor allem abstehende Kiemendeckel und Atemprobleme typische Merkmale eines Befalls mit Kiemenwürmern. An den befallenen Stellen kann sekundär eine bakterielle Infektion auftreten.

Die weniger als einen Millimeter langen Haut- und Kiemenwürmer Gyrodactylus können mit bloßem Auge meist nicht erkannt werden. Krankheitsmerkmale sind neben einer Schleimabsonderrung auf der Fischhaut vor allem Dunkelfärbung, Abmagerung, Scheuerbewegungen und ängstliches Verhalten. Die Ursache für Infektionen mit Haut- oder Kiemenwürmern liegt meist in unzureichender Wasserhygiene und zu niedriger Wassertemperatur.

Lochkrankheit:

Die durch Geißeltiere (Spironucleus) und gleichzeitigen Vitaminmangel ausgelöste Lochkrankheit, die vor allem bei Buntbarschen zu offenen Löchern in der Kopfregion führt. Frühsymptome eines Befalls mit Spironucleus sind Abmagerung, Dunkelfärbung und weißlich schleimiger Kot.

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