Cichlidenfreunde Emsbüren e.V.

Die Neueinrichtung

Bei der Neuanschaffung eines Aquariums sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Auf dem Markt werden Komplettlösungen in vielen Formen zu stolzen Preisen angeboten. Wer aber etwas individuelles sucht, sollte sich ein Glasbecken passend für sein vorhandenes Platzangebot kleben lassen. Das Becken kann jede Größe haben, grundsätzlich gilt: Je größer - je weniger Arbeit! Große Aquarien sind biologisch stabiler als kleinere!

Ein passendes Untergestell kann aus einem einfachem Stahlrohrrahmen gefertigt werden, der passend zu den anderen Möbeln verkleidet werden kann. Das Untergestell schließt mit einer stabilen Holzplatte ab. Unter das Glasbecken muss eine Schaumstoff- oder Styroporplatte, da sich sonst das Glas verspannen kann, was ein Auslaufen des Beckens zur Folge hätte!

Tip: Die meisten Hausratversicherungen nehmen das Aquarium gegen kleines Geld mit auf. Das ist sinnvoll und gerade bei großen Aquarien kann der Wasserschaden schnell teuer werden.

Der Filter sollte in einer Stunde mindestens das Doppelte des Beckenvolumen umwälzen! Wobei noch entscheidend ist, ob der Filter nur mechanisch oder auch biologisch arbeitet. Grundsätzlich kann ein Filter nie groß genug sein. Je mehr Filterung, je weniger Wasserbelastung durch Schmutzstoffe. Hierauf gehen wir später im Bereich “ Die Filtertechnik ” noch näher ein.

Auch die Aquarienrückwand ist ein wichtiger Bestandteil unseres künftigen Biotops. Man sollte auf künstliche Fotofolien verzichten. Es bietet sich an eigene Styroporrückwände herzustellen. Diese wirken am besten wenn sie mit gedeckten Farben gestrichen werden. Eine Sandeinstreuung in die nasse Farbe lässt das ganze natürlich wirken. Diese Rückwände lassen sich sowohl im Becken als auch dahinter platzieren.

Die Wahl des Standorts für das Aquarium ist ebenfalls wichtig. Als ungünstige Standorte haben sich Flure und Plätze gegenüber von Fernshern und Fenstern erwiesen. Am besten stellt man das Becken in eine ruhige Ecke. Habt Ihr euer Aquarium am richtigen Platz, bringt Ihr erst mal die Technik an. Es muss kontrolliert werden ob alle technischen Geräte zur Säuberung und Wartung problemlos entnommen werden können. Steht ein Becken erst einmal befüllt an seinem vorgesehenem Platz, ist es ärgerlich wenn man dann erst merkt, das z.B. Stecker sich nicht durch die vorgesehenen Bohrungen ziehen lassen.

Dekorationsstücke können jetzt bereits eingebracht werden z.B. Steine oder Wurzeln. Schwere Steine müssen unbedingt direkt auf die Glasscheibe gestellt werden. Erst danach darf der Bodengrund eingebracht werden. So wird vermieden, daß kleinste Kieskörnchen sich zwischen Stein und Glasscheibe befinden und eine Punktbelastung auf die Bodenscheibe ausüben. Sehr schwere Steine können zusätzlich auf eine Plexiglasplatte o.ä. gestellt werden.

Das Warmwasserbecken (24 - 26 Grad) benötigt einen Regelheizer, der die konstante Temperatur von ca. 24 Grad hält. Dies ist für die meisten Fische und Pflanzen akzeptabel. Kontrolle mit einem Thermometer ist unbedingt erforderlich.

Das Aquarium sollte nun zwei Wochen Ruhe haben um sich biologisch aufzubauen, erst nach dieser Zeit ist es sinnvoll, Fische einzustzen. Testet erst das Wasser bevor Ihr die Fische einsetzt. Der Einsatz von eingelaufenem Filtermaterial hat sich besonders bewährt. Dadurch bringen wir unsere Schaubecken auf Ausstellungen innerhalb von wenigen Tagen in ein biologisches Gleichgewicht. Natürlich kann mit diversen Mittelchen, die im Zoofachhandel erhältlich sind auch nachgeholfen werden, womit die Einlaufzeit etwas reduziert wird. Trotzdem vor dem Kauf der Fische Nitrit testen und nur bei Werten unter 0,1 mg/l Fische einsetzen. Sehr gute Erfahrungen bei Malawi- und Tanganjika Cichliden haben wir mit einer zugabe von 1-2 Esslöffel Seesalz pro 100 Lit. Wasser gemacht.

Auch die Menge der einzusetzenden Fische muss beachtet werden. Hier hat sich folgende Faustformel bewährt: Maximaler Fischbesatz in cm = Beckeninhalt in Ltr. geteilt durch 1,5 bis 2. Als Ergebnis erhält man die Gesammtsumme der maximal einzusetzenden Fischlänge in cm. Bei der Betrachtung muss der Wasserinhalt der für die Einrichtungsmaterialien verlohren geht abgezogen werden. Beispiel: 500 Liter Gesamtinhalt minus 100 Liter für Einrichtungsgegenstände geteilt durch 2 ergibt 200 cm. Das Ergebnis würde bedeuten, man könnte max. 20 Fische mit einer Endgröße von 10 cm einsetzten, oder 40 mit einer Endgröße von 5 cm usw.. Hier handelt es sich wie bereits erwähnt nur um Richtwerte.

Fische sollten mindestens eine halbe Stunde umgesetzt werden, d.h. sie verbleiben im Transportbehälter. Nach und nach sollte eigenes Aquariumwasser zugegeben werden, damit die neu erworbenen Fische keinen Klimaschock bekommen und krank werden. Transporttüten rollt man am offenen Ende auf und lässt sie währent dieser Zeit im Becken schwimmen. So kann sich auch die Temperatur besser angleichen. Typische Krankheit bei zu schnellem Umsetzen neuer Fische ist Ichtyo.

Wichtig ist, dass gerade in der ersten Zeit die Fische nicht überfüttert werden. Lieber wenig, aber abwechslungsreich füttern. Bei einem Überangebot an Futter fressen sich die Fische zu Tode. Außerdem führt zuviel Futter auch zum biologischen Tod des Aquariums. Eine Wasserbelastung durch falsche Fütterung schafft auch der beste Filter nicht. Zuviel Futter = Nitrit (Gift für die Tiere) = Nitrat (Nährstoff für Algen). Besser für die Fische ist mehrmals am Tag füttern, dafür minimalste Mengen.

Ein Wasserwechsel von ca. 30% in zweiwöchigem Abstand ist ratsam um das anfallende Nitrat abzubauen. Es sollte vermieden werden eine Filterreinigung und Wasserwechsel gemeinsam durchzuführen da sonst das biologische Gleichgewicht empfindlich gestört wird, was eine Nitritvergiftung zur Folge haben kann. Dies gilt besonders für kleinere Becken. Des weitern gilt: Niemals das Becken ganz “sauber” machen. Wenn alle Einrichtungsgegenstände und der Filter wieder Zustand versetzt werden besteht wieder die Gefahr einer Nitritvergiftung. Sauberkeit wird hier oft übertrieben.

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