Cichlidenfreunde Emsbüren e.V.

Was ist bei der Vergesellschaftung von Buntbarschen zu beachten?

Ganz wichtig ist der Platz der einem zur Verfügung steht. Die Art der Einrichtung spielt eine Rolle und was für Cichliden man pflegen möchte. Es gibt Tiere die sich gut vergesellschaften lassen und welche die sich weniger gut vergesellschaften lassen. Das liegt aber nicht immer nur an der Gattung oder Art des Fisches sondern auch schon mal an dem “Charakter” des einzelnen.

So kann die eine Vergesellschaftung bei dem einen wunderbar funktionieren und die selbe Vergesellschaftung bei dem nächsten überhaupt nicht klappen. Es gibt eben immer mal einen “schwierigen Fall” unter den verschiedenen Fischgattungen! Wichtig ist, das sich die Fische in Form und Farbe unterscheiden. So ist schon einmal ein direkter Konkurrenzkampf etwas gedämpft. Die größten Aggressionen richten sich meistens gegen die eigene Art. Eine unter diesem Gesichtspunkt betrachtete Pflege von Cichliden schließt auch eine ungewollte Kreuzung aus.

Die unterschiedlichen Futteransprüche spielen in Aquarien auch eine Rolle in Bezug auf die Vergesellschaftung. Im Aquarium fressen alle Fische erst einmal das gleiche. Eine den Bedürfnissen der einzelnen Arten angepassten Fütterrung setzt eine erfolgreiche Pflege der Cichliden voraus.

Neben den Paaren im Aquarium ist man gut beraten einige Beifische zu pflegen. Beifische dienen als Ablenkung indem sie die Aufmerksamkeit auf sich lenken und können so Angriffe auf den Partner unterbrechen oder gar verhindern. Eine Kombination von Cichliden aus verschiedenen Gruppen (Groß, Mittel, Klein) ist oft eine optimale Variante einer Vergesellschaftung. Andere Buntbarsche sollten in einem Artenbecken in möglichst großer Stückzahl gepflegt werden. Keinesfalls sollten Tiere aus verschiedenen Biotopen zusammen gehalten werden.

Die Garantie oder ein Patentrezept für eine funktionierende Vergesellschaftung gibt es nicht. Die hier genannten Vergesellschaftungsbeispiele geben natürlich keine Garantie das es wirklich funktioniert. Man muss eben allen Fischen einen gewissen Platzanspruch zugestehn.

Grundsätzlich gilt folgendes:

Fast alle Buntbarscharten (Ausnahmen bestätigen die Regel) fühlen sich wesentlich wohler wenn sie mit einer ausreichenden Anzahl Artgenossen gepflegt werden. Ein Sammelsurium von verschiedenen Gattungen in geringer Einzelstückzahl sollte unbedingt vermieden werden. Die Fische sind dann agiler und zeigen ihre natürlichen Verhaltensweisen wesentlich besser. Weniger ist hier oft mehr.

Vergesellschaftungsbeispiele:

Beispiel 1:

Kleines bepflanztes Gesellschaftsbecken für Südamerikanische oder westafrikanische Cichliden.

Beckengröße: 80cm x 35cm x 35cm = 98 Liter

Einrichtung: Dichte Randbepfanzung in Verbindung mit flacher Vordergrundbepflanzung, kleinere Steinaufbauten mit Schieferplatten, Moorkienholz an der Rückwand. Feiner Kies.

Besatz: Südamerikanische oder westafrikanische Zwergbuntbarsche, maximal 2 Paare von: Anomalochromis und Pelvicachromis, -oder Papiliochromis und Nannacara, oder Apistogamma und Laetacara, -oder eine Steatocranus Art. Eine kleine Salmlerart als Beifische.

Beispiel 2:

Großes bepflanztes Gesellschaftsbecken für Südamerikanische oder westafrikanische Cichliden.

Beckengröße: 150cm x 60cm x 50cm = 450 Liter

Einrichtung: Dichte Randbepflanzung in Verbindung mit flacher Vordergrundbepflanzung, Steinaufbauten mit Schieferplatten, Moorkienholz an der Rückwand. Feiner Kies.

Besatz: Südamerikanische oder westafrikanische Zwergbuntbarsche, maximal 4 Paare von: Anomalochromis und Pelvicachromis, - oder Papilochromis und Nannacara, oder Apistogamma und Leatacara, - oder eine Steatocranus Art. Dazu je ein Paar mittelgroße friedliche südamerikanische oder westafrikanische Buntbarsche wie Chromidothilapia, Telegramma, - oder Aequidens, Papiliochromis, Geophagus, oder 4-5 Diskus, oder 4-5 Scalare. Eine Salmlerart mittlerer Größe als Beifische.

Beispiel 3:

Kleines unbepflanztes Gesellschaftsbecken für mittelamerikanische Cichliden.

Beckengröße: 120cm x 50cm x 40cm = 240 Liter

Einrichtung: Steinplatten im Hintergrund an die Wände gelehnt, Steinaufbauten, Holzdekoration, Bodengrund aus einem Mix feinem und Groben Kies.

Besatz: 3 Paare mittelgroße mittelamerikanische Buntbarsche wie z.B. Thorichthys meeki, Cichlasoma sajica, Herotilapia multispinosa, -oder 1 Paar große mittelamerikanische Buntbarsche wie z.B. Cichlasoma synpilum oder eine ähnliche Art.

Beispiel 4:

Großes unbepfanztes Gesellschaftsbecken für mittelamerikanische Cichliden

Beckengröße: 150cm x 60cm x 50cm = 450 Liter

Einrichtung: Steinplatten im Hintergrund an die Wände gelehnt.Steinaufbauten, Holzdekoration, Bodengrund aus einem Mix feinem und groben Kies.

Besatz: 3 Paare mittelgroße mittelamerikanische Buntbarsche wie z.B. Thorichthys meeki, Cichlasoma sajica, Herotilapia multispinosa, - oder 3 Paare große mittelamerikanische Buntbarsche wie z.B. Cichlasoma synpilum, Cichlasoma nigrofasciatum, oder ähnliche Arten

Beispiel 5:

Kleines Becken für Malawi Cichliden

Beckengröße: 120cm x 50cm x 40cm = 240 Liter

Einrichtung: Steinaufbauten an der Aquarienrückwand die teilweise bis zur Wasseroberfläche reichen. Mit ausreichend freiem Schwimmraum. Heller feiner Sand/Kies.

Besatz: 3 bis 4 Trupps Mbunas im Verhältnis von jeweils ca.1 Mänchen / 4 Weibchen, z.B. Pseudotropheus, Melanochroms, Labidochromis, Labeotropheus, Iodotropheus.

Beispiel 6:

Mittleres Becken für Malawi Cichliden

Beckengröße: 150cm x 50cm x 40cm = 300 Liter

Einrichtung: Steinaufbauten an der Aquariumrückwand die teilweise bis zur Wasseroberfläche reichen. Einige Höhlen und Verstecke anbieten. Einige harte Pflanzen wie Anubias und Vallinerien können gepflanzt werden. Heller feiner Sand/Kies.

Besatz: 3 bis 4 Trupps im Verhältnis von jeweils ca. 1 Mänchen / 3 Weibchen z.B. Aulonocara, Copadichromis, Otopharynx, Placidochromis.

Beispiel 7:

Großes Becken für Malawi Cichliden

Beckengröße: 220cm x 60cm x 60cm = 792 Liter

Einrichtung: Steinaufbauten an der Aquariumrückwand die teilweise bis zur Wasseroberfläche reichen. Einge Höhlen und Verstecke anbieten. Einige harte Pflanzen wie Anubias und Vallinerien können gepflanzt werden. Heller feiner Sand/Kies.

Besatz: 3 bis 4 Trupps im Verhältnis von jeweils ca. 1 Männchen / 3 Weibchen, z.B. Aristochromis, Dimidiochromis, Cyrtocara, Fossochromis, Nimbochromis. Eine robuste Mbunaart.1/3 als Beifische.

Beispiel 8:

Kleines Becken für Tanganjika Cichliden

Beckengröße: 60cm x 30cm x30cm = 54 Liter

Einrichtung: Steinaufbauten mittels Steinplatten an  der Aquariumrückwand die teilweise bis zur Wasseroberfläche reichen.Randbepflanzung möglich. Solitärpflanzen an der Rückwand. Mindestens ein Schneckenhaus pro Fisch. Heller feiner Sand/Kies.

Besatz: 3 Paare einer Schneckenbuntbarschart.

Beispiel 9:

Mittleres Becken für Tanganjika Cichliden

Beckengröße: 150cm x 50cm x 40cm = 300 Liter

Einrichtung: Steinaufbauten an der Aquariumrückwand die teilweise bis zur Wasseroberfläche reichen. Randbepfanzung möglich. Solitärpflanzen an der Rückwand. Heller feiner Sand/Kies.

Besatz: 1 Trupp Cyprichromis im Verhältnis von 3 Mänchen / 5 Weibchen, 1 Paar Eretmotus, 4 bis 5 Julidochromis oder Telmaochromis, ein Paar einer Schneckenbuntbarschart.

Beischpiel 10:

Mittleres Becken für Tanganjika Cichliden

Beckengröße: 150cm x 60cm x 50cm = 450 Liter

Einrichtung: Steinaufbauten in unterschiedlicher Höhe an der Aquariumrückwand und auch in der Mitte des Bechens, die teilweise bis zur Wasseroberfläche reichen. Solitärpflanzen an der Rückwand. Heller feiner Sand/Kies. Es muß genügend Schwimmraum mit offenen Durchgängen verbleiben.

Besatz: 1 Trupp Tropheus moori mit 20 Tieren im Verhältnis von jeweils ca. 5 Mänchen / 15 Weibchen, 1 Paar Eretmotus, 4 bis 5 Julidochromis.

Beispiel 11:

Großes Becken für Tanganjika Cichliden

Beckengröße: 200cm x 60cm x 60cm = 720 Liter

Einrichtung: Steinaufbauten in unterschiedlicher Höhe an der Aquariumrückwand und auch in der Mitte des Bechens, die teilweise bis zur Wasseroberfläche reichen. Heller feiner Sand/Kies. Es muß genügend Schwimmraum mit offenen Durchgängen verbleiben.

Besatz: 2 Trupps Tropheus mit jeweils 20 Tieren ( eine nördliche und eine südliche Variante wählen ) im Verhältnis von jeweils ca. 5 Männchen / 15 Weibchen, ein Paar Eretmotus, 4 bis 5 Julidochromis.

Beispiel 12:

Großes Becken für Tanganjika Cichliden

Beckengröße: 200cm x 60cm x 60cm = 720 Liter

Einrichtung: Steinaufbauten in unterschiedlicher Höhe an der Aquariumrückwand, die teilweise bis zur Wasseroberfläche reichen. Heller feiner Sand/Kies.

Besatz: 1 Trupp Cypotilapia frontosa mit 10 Tieren im Verhältniss von jeweils ca. 3 Männchen / 7 Weibchen, 1 Paar Altolamprologus, 1 Paar Neolamprologus.

Beispiel 13:

Großes Becken für Tanganjika Cichliden

Beckengröße: 200cm x 60cm x 60cm = 720 Liter

Einrichtung: Steiplatten in unterschiedlicher Höhe an der Aquariumrückwand, dieteilweise bis zur Wasseroberfläche reichen. Heller feiner Sand/Kies. Freier Schwimmraum. Freie Sandflächen mit einzelnen Steinen.

Besatz: 1 Trupp Sandcichliden z.B. Xenotilapia, Enatiopus oder Callochromis mit ca. 10 Tieren im Verhältnis von jeweils ca. 3 Männchen / 7 Weibchen, 1 Trupp Cyprichromis “ jumbo “ mit ca. 10 Tieren im Verhältniss von 4 Männchen / 6 Weibchen, 1 Trupp mit ca. 5 Tieren Opthalmotilapia ventralis im Verhältnis von ca. 1 Männchen / 4 Weibchen.

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